Variationen der Bearbeitungsdistanz
Edit-Distanz bezieht sich auf den Prozentsatz der Änderungen, die auf einen übersetzten Text im Verhältnis zum ursprünglichen Inhalt angewendet werden. Es misst, wie sehr ein Übersetzer eine maschinell erzeugte Übersetzung verändert, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen.
Wenn zum Beispiel sechs Wörter in einem Satz vorkommen und drei geändert, entfernt oder neu angeordnet werden, beträgt der Bearbeitungsabstand 50 %. Diese Metrik dient als nützlicher Indikator, um zu messen, wie nah eine maschinell übersetzte Ausgabe an der endgültigen, ausgefeilten Übersetzung ist.
Variabilität in Sprachpaaren und Domänen
Der Bearbeitungsabstand variiert nicht nur zwischen verschiedenen Sprachen, sondern auch je nach Art des Inhalts, der übersetzt wird. Laut einer groß angelegten Studie, die über 50 Millionen Wörter in mehreren Domänen untersuchte, wurden die durchschnittlichen Bearbeitungsabstände für verschiedene Sprachpaare wie folgt aufgezeichnet:
- Englisch > Spanisch: 5,5%
- Englisch > Französisch: 12,4 %
- Englisch > Dänisch: 4,5%
- Englisch > Thailändisch: 11,8 %
Die Bandbreite dieser Prozentsätze verdeutlicht die Nuancen der verschiedenen Sprachen. Jedoch fügt das individuelle Benutzerverhalten weitere Komplexität zum Verständnis und zur Optimierung von Übersetzungsprozessen hinzu.
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Erkundung des Benutzerverhaltens in der Übersetzung
Einer der faszinierendsten Aspekte, die in der Studie aufgedeckt wurden, war die Variation darin, wie stark einzelne Übersetzer den Inhalt modifizieren, unabhängig vom Sprachpaar oder Bereich. Zum Beispiel:
- Einige Übersetzer machen weniger als 1% der Bearbeitungen aus, was darauf hindeutet, dass sie möglicherweise lediglich maschinelle Übersetzungen ohne viele Anpassungen bestätigen.
- Andere machen bis zu 77 % der Bearbeitungen aus und schreiben erhebliche Teile der ursprünglichen Ausgabe neu.
Wie unser CEO, Gabriel Fairman, feststellt:
"Man sieht Benutzer, die... kopfüber in diese KI-Bearbeitungssache eintauchen... und man sieht auch Benutzer, die... fast dagegen ankämpfen oder es leugnen und wirklich die volle Anstrengung unternehmen, um die meisten Sätze neu zu schreiben."
Dieses breite Spektrum an Verhalten wirft Schlüssel-Fragen auf:
- Sind weniger Bearbeitungen ein Hinweis auf eine hochwertige maschinelle Ausgabe oder auf eine minderwertige menschliche Aufsicht?
- Signalisieren übermäßige Bearbeitungen einen gründlichen Umschreibungsprozess oder ineffiziente Übersetzungsbemühungen?
Das richtige Gleichgewicht zwischen Bearbeitungen und Effizienz finden
Die Übersetzung heute, insbesondere in Kombination mit KI und maschineller Übersetzung, erfordert ein empfindliches Gleichgewicht zwischen der Anzahl der Bearbeitungen und der Gesamtproduktivität. Übersetzer stehen vor zwei Hauptherausforderungen:
- Zu wenige Bearbeitungen: Kann zu Ungenauigkeiten führen, wenn kritische Anpassungen übersehen werden.
- Zu viele Bearbeitungen: Dies kann zu Ineffizienzen, Produktivitätsverlusten und steigenden Kosten führen.

Wie unser CEO, Gabriel Fairman, in seiner Videoserie zum Thema Edit Distance erwähnt:
"Sie haben Benutzer, die sich um weniger als 1 % ändern, was bedeutet, dass sie im Grunde nur Dinge lesen und bestätigen... Und dann gibt es andere Übersetzer, die 77% dieses Inhalts übersetzen, was fast mehr als 13 Mal mehr [als der Durchschnitt] ist."
Schlüsselüberlegungen für optimales Bearbeiten:
- Bearbeiten Sie nur das, was notwendig ist: Übersetzer sollten redundante Änderungen vermeiden, wie das Austauschen von synonymen Begriffen ("platform" für "system").
- Konzentrieren Sie sich auf wirkungsvolle Bearbeitungen: Kritische Anpassungen, wie das Beibehalten eines Eigennamens oder die Korrektur von Terminologie, haben einen dauerhaften Einfluss auf die Qualität.
Produktivität vs. Eigentum an der Übersetzung
Eine weitere Herausforderung besteht darin, ein Gefühl der Eigenverantwortung für das übersetzte Material zu bewahren. Übersetzer müssen ihr Verlangen, sich wie der Autor zu fühlen, mit der Notwendigkeit, effizient zu arbeiten, in Einklang bringen. Wirtschaftliche Realitäten verlangen, dass Übersetzer Aufgaben schnell erledigen, aber zu viele Änderungen riskieren, sie zu verlangsamen und die Wahrscheinlichkeit von Fehlern zu erhöhen.
Diese Spannung wird besonders bei Aufgaben wie Post-Editing von KI-Ausgaben deutlich, bei denen Übersetzer versuchen, den „Sweet Spot“ zu finden – gerade genug Änderungen vorzunehmen, um die Qualität zu verbessern, ohne die Produktivität zu verringern. Übersetzer, die übermäßige Änderungen an nicht-kreativem Inhalt (wie technische Dokumentation) vornehmen, riskieren, unproduktiv zu werden und möglicherweise ihre Relevanz in der Branche zu gefährden.

Definition der idealen Bearbeitungsdistanz
Letztendlich hängt die Bestimmung der idealen Anzahl von Bearbeitungen – oder wie „gut“ aussieht – nicht nur vom Sprachpaar ab, sondern auch vom Benutzerverhalten und dem Inhaltstyp. Damit Übersetzer wettbewerbsfähig bleiben, müssen sie lernen, sich anzupassen und ein Gleichgewicht zwischen Geschwindigkeit und Genauigkeit zu finden. Übermäßige oder minimale Bearbeitungen bergen beide Risiken, und nur durch das Finden des richtigen Gleichgewichts können sie Produktivität und Qualität aufrechterhalten.
Die Reise zur Erreichung dieses optimalen Gleichgewichts bei der Nachbearbeitung von AI-Inhalt bleibt im Gange, aber das Verständnis der Dynamik der Editierdistanz bietet eine wertvolle Perspektive auf die Herausforderungen und Chancen, die vor uns liegen.