In dieser Episode von Geistige Verschmelzung bringt Javi Diaz drei Lokalisierungslegenden zusammen: Agustín, Alfredo De Almeida und Jorge Santos.
Mit fast 100 Jahren kombinierter Erfahrung haben sie alles gesehen—Disketten, Faxe, Windows 95 und jetzt KI-gestützte Arbeitsabläufe.
Ihre Reise durch die Jahrzehnte verrät viel darüber, was sich geändert hat, was nicht und wohin sich die Branche als nächstes bewegen könnte.
Damals: Faxe, Disketten und Papierrezensionen
Die Lokalisierung in den 90er Jahren sah ganz anders aus als heute. Agustín, der ursprünglich aus Peru stammt, begann mit der Überprüfung von Windows 98-Übersetzungen.
Jorge erinnert sich daran, Disketten zu verschicken und goldene Builds auf CDs zu brennen.
Alfredo sprach über das manuelle Bearbeiten von Übersetzungen auf Papier und das Faxen von Feedback in die ganze Welt.
"Ich habe Übersetzungen in Papierform überprüft. Wörtlich markieren—‚Ich hätte es so gemacht‘—und es an den PM senden.“ – Alfredo De Almeida
„Wir würden ein Produkt auf DVD brennen und jemanden nach Japan fliegen lassen, um es persönlich zu übergeben.“ – Jorge Santos
Es waren nicht nur die Tools, die anders waren—es war die Denkweise.
Die Rolle der Übersetzung war tief in den Unternehmen verankert.
Teams umfassten Terminologen, Übersetzer, Prüfer und Lieferantenmanager.
Wie Jorge es ausdrückte,
„Du würdest alles machen – von Netzwerktechnik bis hin zu Sprachüberprüfungen.“

Jetzt: Tools haben sich verändert, Kernwerte nicht
Schnellvorlauf bis 2025. KI und LLMs dominieren die Diskussion. Aber sind die Grundlagen wirklich so unterschiedlich?
"Wir verwenden an einigen Stellen immer noch Excel für die Lokalisierung. Das hat sich nicht geändert.“ – Jorge Santos
Das Gremium diskutierte darüber, wie viele der Probleme aus der Vergangenheit immer noch existieren – nur mit anderen Namen und Tools.
Von Tabellen zu TMSs, die Arbeitsabläufe sind vielleicht digital geworden, aber Herausforderungen in Bezug auf Kontext, Qualität und Zusammenarbeit bestehen weiterhin.
Und während einige befürchten, dass KI Aufträge ersetzen wird, sehen diese Veteranen es als eine Evolution—nicht als ein Aussterben.
"Die Probleme haben sich nicht geändert. Was sich geändert hat, ist das, was möglich ist." – Agustín
"KI ist nur ein Werkzeug. Wir haben uns immer angepasst. Das ist hier nicht anders." – Javi Diaz
Die wahre Supermacht der Branche: Anpassungsfähigkeit
Eine der wertvollsten Erkenntnisse aus der Episode ist, dass Lokalisierungsprofis nicht nur Sprachen sprechen, sondern auch Lücken schließen. Sie bringen Struktur ins Chaos.
Sie berühren jeden Teil eines Unternehmens, vom Marketing bis zur Technik.
"Wir hatten vor der Markteinführung Zugang zu streng vertraulichen Produktinformationen. Das ist Vertrauen. Das ist Macht.” – Jorge Santos
Dieser Zugang bedeutet, dass Lokalisierungs-Teams oft die Ersten sind, die wissen, was kommt – und dennoch sind sie auch die Ersten, die sich anpassen, wenn sich alles ändert.
Ob sie Projektmanagement für Lokalisierung an der University of Washington unterrichten oder mit Generative KI Tools experimentieren, diese Experten sind ständig in Bewegung geblieben.

Lektionen aus 30 Jahren Lokalisierung
Hier sind einige der wichtigsten Erkenntnisse aus ihren Geschichten:
- Haben Sie keine Angst vor KI – verstehen Sie sie. Es geht nicht darum, ersetzt zu werden. Es geht darum, zu finden, wo Menschen noch am meisten zählen.
- Der Kontext ist alles. Das Verständnis der Kultur eines Benutzers kann nicht automatisiert werden.
- Ihre Fähigkeiten sind übertragbar. Lokalisierungsexperten können in das Produkt-, Release- und Programmmanagement wechseln.
- Das Vermächtnis zählt. Die Zukunft baut auf dem auf, was vorher war.
- Zusammenarbeit schlägt Wettbewerb. Auch die drei Gäste sind sich manchmal uneinig – und das macht sie besser.
"Manchmal sind wir uns im Unterricht nicht einig, und das ist wichtig. Verschiedene Perspektiven bringen bessere Lösungen.” – Alfredo
Ein Buch schreiben—und ein Vermächtnis hinterlassen
Neben dem Podcast schreiben Agustín, Alfredo und Jorge gemeinsam ein Buch. Es geht nicht nur um Technologie – es geht um die Menschen, die Kultur und den Mentalitätswandel in den letzten 30 Jahren.
"Wir wollen denjenigen, die in die Branche kommen, etwas hinterlassen." – Agustín
Ihre Botschaft ist klar: Was als nächstes kommt, mag ungewiss sein, aber es wurzelt in allem, was wir bereits gelernt haben.
Indem sie ihre Geschichte dokumentieren, hoffen sie, Neuankömmlingen und Veteranen gleichermaßen eine Anleitung zu geben.

Looking Forward
Als die Episode zu Ende ging, stach eines besonders hervor: die Notwendigkeit, neugierig zu bleiben.
"Alle drei Monate ändert sich etwas. Du musst bereit sein." – Jorge
"Flexibilität, Anpassungsfähigkeit und Neugierde. Das wird immer eine Rolle spielen." – Javi
Die Lokalisierungsbranche hat große Veränderungen überlebt – und wird dies auch weiterhin tun. Was am wichtigsten ist, ist nicht die Technologie, sondern die Denkweise.
Denn am Ende des Tages geht es bei der Lokalisierung nicht nur um Übersetzung.
Es geht darum, Menschen, Ideen und Produkte auf der ganzen Welt zu verbinden – egal, welche Tools wir verwenden, um dorthin zu gelangen.